Schülerschreck

Aus dem Leben einer Grundschullehrerin

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Die Qual der Wahl der Sitzordnung

Posted by Steffi on 23rd August and posted in Allgemein

Das Klassenzimmer ist ausgemessen und ich stehe jetzt vor der Qual der Anordnung der Tische.
Nachdem ich bei der aktuell vorherrschenden Hitze wenig Lust habe im Klassenzimmer die Tische zu rücken, habe ich mir die Maße im Publisher eingetragen und verschiedene Sitzordnungen durchgespielt.
Wichtig ist mir, dass Gruppenarbeit schnell und einfach möglich ist und dass auch ein Sitzkreis oder große Probleme (und möglichst ohne Tische zu verrücken) entstehen kann.

[Edit: Es handelt sich um eine 3. Klasse mit 26 Schülern. Die Tafel befindet sich auf der Skizze unten in der Mitte, rechts sind Fenster, links Wand mit Eingangstür, kleinem Einbauregal und kleiner Seitentafel.]

Ich bin mit meinen Entwürfen noch nicht zufrieden und würde mich über Rückmeldungen freuen, was ich anders machen könnte oder was gegebenenfalls für bzw. gegen eine Variante sprechen würde.
Mein Favorit ist momentan Nr. 1. Was meint ihr?
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1. Gruppentische + Sitzkreis vorne

Vorteile:

  • Gruppenarbeit schnell möglich
  • Gruppen auch für Organisation hilfreich (z.B. Hausaufgaben einsammeln & abgeben)
  • feste Gruppenstrukturen, Gruppe wächst eventuell besser zusammen
  • Tafel kann mit eingebunden werden

Nachteile:

  • wenig Platz für den Sitzkreis
  • größeres Ablenkungs- und Unruhepotential
  • Schüler sitzen enger aufeinander

überarbeitete Versionen mit verschobener Sitzecke:

2. Gruppentische + Sitzkreis hinten

Vorteile:

  • Gruppenarbeit schnell möglich
  • Gruppen auch für Organisation hilfreich (z.B. Hausaufgaben einsammeln & abgeben)
  • feste Gruppenstrukturen, Gruppe wächst eventuell besser zusammen

Nachteile:

  • Tafel kann nicht mit eingebunden werden
  • Schüler sitzen sehr nah beim Lehrer vorne
  • größeres Ablenkungs- und Unruhepotential
  • Schüler sitzen enger aufeinander

3. erweitertes U mit Sitzkreis in der Mitte (die Schüler an den vorderen Tischen sitzen im Kreis und schauen zur Tafel)

Vorteile:

  • wenige direkte Sitznachbarn -> geringeres Unruhepotential
  • Sitzkreis hat Platz und kann sowohl im U, als auch von den Tischen aus stattfinden
  • Anordnung wirkt ruhiger
  • Schüler haben mehr Platz zum Gehen und Sitzen

Nachteile:

  • Gruppenarbeit umständlicher, Schüler müssen sich umsetzen und evtl. Tische schieben
  • organisatorische Vorteile der Gruppen entfallen

9 Comments

  1. Bina

    Ich würde die 1. Sitzordnung bevorzugen… Du könntest dir überlegen, ob du die beiden Einzeltische nicht zu einem Tisch zusammenfasst und dafür eine Vierergruppe hast, könnte gerade an einer Engstelle für Entspannung sorgen… Bspw. in der Mitte statt einer Vierer- eine Sechsergruppe und dafür die beiden Gruppen „unten links“ und „oben rechts“ als Vierergruppen. Könnte die Enge etwas entzerren.

    Außerdem könnte ich mir die Leseecke hinten auch um 90° gedreht gut vorstellen, dann könntest du nach hinten Platz gewinnen und die Gruppentische wären nicht so gedrängt.

  2. Danke für deine Hilfe. Ich habe den 4er jetzt gezielt in die Mitte, damit da die Laufwege in der Mitte besser frei bleiben. Ich habe hinten den Eingang zur Garderobe und glaube, dass die Schüler dann in der Mitte eher die Laufwege brauchen.
    Wie eng das dann tatsächlich ist, lässt sich dann wohl erst beim realen Tischerücken feststellen.

    Würdest du die Leseecke nach rechts (Regal vor die Fenster) oder links (Regal von Wand in Raum Richtung Tafel) drehen? Dann wäre sie halt glaub optisch nimmer so gut abgetrennt vom Raum.
    Der Tisch hinten muss wahrscheinlich so stehen bleiben, weil da die 2 PCs drauf sind und das sonst mit den Steckdosen schwierig werden kann.

    Aber vielleicht kann ich den PC-Tisch nach links verschieben, dann das Regal quer rein und zwischen Fenster und Regal nen Teppich für die Leseecke. Würde den Tischen tatsächlich deutlich mehr Raum geben. Und abtrennen könnte ich dann ja mit ner Schnur zwischen Regal und Fensterwand.

  3. Bina

    Meine 3. Klasse letztes Jahr hatte in der Mitte den 6er, das ging ganz problemlos von den Wegen her, denn die nehmen ja nichts von der Breite der Wege her weg…

    Die Leseecke könntest du beispielsweise auch mit einem bunten Moskitonetz abgrenzen. Ich persönlich hätte jetzt das Regal zur Wand hin gedreht, aber das dürfte eigentlich wurscht sein…

    Ich hab auch einen PC-Tisch im Klassenzimmer, kann den auch nicht verschieben, weil der LAN hat. Ich werde deshalb wohl die Leseecke in die hintere linke Ecke stellen… Aber ich hab nur 20 Kinder, ich denke das mit dem Platz dürfte kein Problem darstellen.

  4. Geht es um eine vierte Klasse? Das sollte noch irgendwo stehen. Macht das überhaupt einen Unterschied? Nicht dass ich viel von den Jahrgangsstufen 1-4 verstehe.
    Ein Kringelchen für die Lehrkraft wäre auch noch schön.

    Heißt Sitzkreis, dass da nur Platz für Stühle/einen solchen ist, oder liegen da tatsächlich Kissen auf dem Boden? Ich bin mal nur vom Platz ausgegangen.

    Mir gefällt ansonsten 2 am besten. Die Schüler sind zwar dann vorn bei der Lehrkraft, aber wenn’s zu viel wird, kann die sich ja hinten in den Stuhlkreisplatz stellen. Oder bringt das zu viel Unruhe in diese Jahrgangsstufe, wenn man plötzlich von anderswo aus unterrichtet?

  5. @Bina: Das Regal kann ich rechts nicht an die Wand drehen, weil da Fenster stehen. Ich war heute nochmal in der Schule, um mich mit meiner Co zu treffen und habe mir da nochmal alles angesehen. Wenn ich das Regal direkt neben die PCs stelle, dann sind da nur noch 1,10m zwischen Regal und Fenster. Könnte etwas knapp werden – oder kuschelig, je nachdem, wie man’s sieht.
    20 und 26 ist leider tatsächlich ein deutlicher Unterschied.

    @Herr Rau: Vielen Dank für Ihre Stellungnahme und die Tipps. Entschuldigen Sie, dass ich die Klassenstufe als gegeben vorausgesetzt hatte. Ich hatte vor 2 Posts mal kurz darüber berichtet und nicht daran gedacht, dass jemand vielleicht nur einen Artikel liest.

    Also, es handelt sich um eine 3. Klasse mit 26 Kindern.
    Der Lehrer steht meist vorne (unten auf der Skizze), rechts ist eine Fensterwand, links unten die Eingangstür, oben in der Mitte ist eine Tür in den Garderobenraum.
    Sitzkreis bedeutet, dass da genug Platz ist, um einen Stuhlkreis zu formen, der Platz ist sonst frei und „ungenutzt“.
    Ich glaube grundsätzlich nicht, dass große Unruhe entsteht, wenn ich auf einmal von hinten aus unterrichte, aber die Schüler, die an den Gruppentischen mit Blick nach vorne sitzen, müssten sich unbequem umdrehen. Daher würde ich das – aus aktueller Sicht – wohl nicht tun.

  6. Hallo,
    ich würde 2. bevorzugen. Allerdings haben wir keine so großen Räume… stimmt das wirklich so mit dem Verhältnis „Platz durch Tische besetzt“ und „freier Raum für Sitzkreis“? Man sollte vielleicht auch überlegen, wie oft denn eigentlich ein Sitzkreis gemacht wird. Also: Tischegruppen etwas entzerren in den „Sitzkreisraum“ hineien und nur bei Bedarf einige (wenige!) Tische dann zur Seite schieben. Wie gesagt, bin neidisch auf die Raumgröße 😉
    Gruß
    aus Berlin
    T. Seidel (Maria-Montessori-Grundschule, Berlin)

  7. Hallo Thomas,

    das Zimmer ist tatsächlich recht groß mit 7m Breite und 10m Länge. Ich habe mir Tische und Zimmer und sonstige Möbel ausgemessen und versucht diese Zahlen dann beim Publisher entsprechend einzutragen. (Messfehler kann ich leider auch nicht 100%ig ausschließen, dürfte aber schon so stimmen.)

    Ich plane den Sitzkreis 1-3x täglich, also schon ziemlich häufig. Morgenkreis, Wortschatzeinführungen im Englischunterricht, Themeneinführungen im Sachunterricht, Abschlusskreis. Ob das dann tatsächlich so oft stattfindet, wird sich zeigen. Ist meine 1. Klassenführung, das heißt ich habe viele Ideen und Vorhaben, wobei ich nicht sicher sein kann, dass das dann auch so klappt. 😉

    Danke auf jeden Fall für deine Meinung zu diesem Thema. Es ist wirklich nicht einfach, sich da zu entscheiden.

  8. Ich nehme an, dass bei der 2. Variante der Punkt „Tafel kann nicht mit eingebunden werden“ ein Nachteil sein sollte.
    Dennoch würde ich auch die 2. Variante bevorzugen, weil die Frontal-Erklär-Phasen an der Tafel (die Kinder sitzen an der Tafel auf dem Boden) und die Arbeitsphasen an den Gruppentischen auch mit Bewegung während der Unterrichtsstunde verbunden ist, so dass die Kinder nicht eine ganze Stunde lang still sitzen müssen.

  9. Hallo Ixsi,

    da hast du vollkommen recht. Ich ändere das gleich mal ab!
    Ich habe mir jetzt die 2. Variante nochmal angesehen und bin mir nicht mehr so ganz sicher, ob sie machbar ist, da der Gruppentisch unten links sonst fast vor der Tür steht.
    Im Endeffekt wird vieles aber wohl erst durch „ausprobieren“ klar werden.
    Danke auch dir für deine Meinung dazu und die Erklärung. :-)

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